Kurzfassung
Kurzfassung
Sprachmodelle antworten nicht nur aus Suchergebnissen, sondern auch aus ihrem gelernten Wissen. In Graphites Auswertung lag die mediane Sichtbarkeit mit Suche bei 11 Prozent, wenn ChatGPT eine Marke ohne Suche fast nie nannte – und bei 99 Prozent, wenn es sie fast immer nannte. Erwähnungen auf zitierten Seiten allein reichen deshalb nicht.
Kernerkenntnisse
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Die meisten Strategien für KI-Sichtbarkeit zielen auf Zitationen und Erwähnungen in Quellen, die ein KI-Assistent bei der Websuche findet.
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Dabei wird oft übersehen, was das Modell selbst gelernt hat – das sogenannte parametrische Wissen in den Modellgewichten.
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Dieses Wissen prägt, wonach das Modell sucht und wie es Suchergebnisse für die Antwort nutzt. Antworten ohne Websuche stammen ausschliesslich daraus.
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Parametric Knowledge Optimization (PKO) will beeinflussen, wie Modelle eine Marke beschreiben und empfehlen – über die Inhalte, aus denen sie lernen.
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PKO ist anspruchsvoller als Zitationsoptimierung: Trainingsdaten sind riesig und nicht öffentlich, und neue Inhalte wirken erst nach Monaten.
Was parametrisches Wissen ist
Ein Sprachmodell wie ChatGPT lernt während des Trainings aus sehr grossen Textmengen. Was dabei hängen bleibt, ist in den Gewichten des Modells gespeichert – Fachleute sprechen von parametrischem Wissen.
Stellt jemand eine Frage, antwortet das Modell entweder direkt aus diesem Wissen oder ergänzt es mit einer Websuche. Nicht jede Antwort nutzt eine Suche. Wenn keine Suche stattfindet, zählt ausschliesslich, was das Modell bereits über Ihre Marke gelernt hat.
Warum Zitationen allein nicht reichen
Viele Massnahmen für Answer Engine Optimization (AEO) konzentrieren sich darauf, auf jenen Seiten genannt zu werden, die ein KI-Assistent zitiert. Das ist wichtig, greift aber zu kurz.
Auch wenn das Modell sucht, formuliert es die Suchanfragen auf Basis seines Vorwissens und entscheidet mit diesem Vorwissen, welche Ergebnisse es in die Antwort übernimmt. Eine Marke, die das Modell kaum kennt, wird deshalb seltener genannt – selbst wenn sie auf vielen gefundenen Seiten vorkommt.
Was die Daten zeigen
Graphite hat ausgeloggte ChatGPT-Antworten auf dieselben Fragen einmal mit und einmal ohne Websuche verglichen: 431 Kombinationen aus Marke und Frage über 56 Fragen, beschränkt auf Marken, die auf mindestens 15 Prozent der zitierten Seiten vorkamen. Erhoben wurde im August 2026, ausgewertet im Oktober 2026.
Das Ergebnis ist deutlich: Je öfter das Modell eine Marke ohne Suche nannte, desto häufiger erschien sie auch in Antworten mit Suche. Die mediane Sichtbarkeit mit Suche stieg von 11 Prozent (fast nie ohne Suche genannt) über 38 und 72 Prozent auf 99 Prozent (fast immer genannt). Die Werte stammen aus Graphites Analyse und lassen sich nicht direkt auf einzelne Branchen oder den Schweizer Markt übertragen.
Warum PKO schwieriger ist als Zitationsoptimierung
Die Trainingsdaten der Modelle sind enorm umfangreich und nicht öffentlich einsehbar. Zudem können Sprachmodelle in der Regel nicht angeben, welche Trainingsdokumente eine bestimmte Antwort geprägt haben.
Hinzu kommt die Verzögerung: Veröffentlichte Inhalte wirken erst nach Monaten auf das Modellwissen. Laut Graphite kann allein die Spanne zwischen Wissensstichtag und Veröffentlichung eines Modells derzeit mehr als fünf Monate betragen. PKO ist daher eine langfristige Aufgabe, keine Kampagne mit schnellen Resultaten.
Fünf erste Massnahmen
Basierend darauf, wie Modelle trainiert werden, schlägt Graphite folgende erste Schritte vor:
- 1Sichtbarkeit ohne Suche messen, sobald neue Modelle erscheinen.
- 2Den Crawlern der KI-Anbieter den Zugriff auf Ihre veröffentlichten Inhalte erlauben.
- 3Erwähnungen auf vielen unterschiedlichen Seiten und Websites aufbauen, nicht nur auf wenigen.
- 4Quellen priorisieren, für die es Hinweise auf eine Nutzung im Training gibt – etwa Reddit, Wikipedia und Medien mit Lizenzvereinbarungen für Trainingsdaten.
- 5Dafür sorgen, dass Ihre Marke online überall korrekt und einheitlich beschrieben wird.
Einordnung für Schweizer Unternehmen
Für Schweizer Unternehmen ist vor allem die Einheitlichkeit entscheidend. Wer auf Deutsch, Französisch und Italienisch kommuniziert, sollte Firmenname, Leistungen und Positionierung in allen Sprachversionen gleich beschreiben – auf der eigenen Website, in Verzeichnissen, in Fachmedien und in Wissensquellen wie Wikipedia.
Prüfen Sie zudem, ob Ihre Website KI-Crawler technisch zulässt, und testen Sie regelmässig, wie ChatGPT und andere Assistenten Ihre Marke ohne Websuche beschreiben. Das ergänzt klassische SEO und Zitationsoptimierung, ersetzt sie aber nicht.
Quelle und Grenzen
Diese deutschsprachige Einordnung basiert auf veröffentlichten Daten von Graphite, Five Percent: Parametric Knowledge Optimization. MP Digital hat die Daten nicht selbst erhoben. Die Stichprobe und das konkrete Konto begrenzen die Übertragbarkeit.